Hochwasser August 2010


Hochwasser
 

Alarmzeit: 04:07 Uhr   

Anwesende Einsatzkräfte:
 
FF Leukersdorf, FF Jahnsdorf, FF Pfaffenhain, Kreisbrandmeister, Bauhof
 

Als wir kurz nach 04:00 Uhr unseren Einsatz begonnen haben, gingen binnen kurzer Zeit mehrere Notrufe ein. Hauptproblem zu Beginn des Einsatzes war das noch steigende Hochwasser und die Überflutung zahlreicher Strassen, so dass die Anfahrt zu den Einsatzstellen erschwert wurde. Die Kameraden der FF Pfaffenhain und FF Jahnsdorf kümmerten sich um die Einsatzstellen im Ortsteil Seifersdorf, Pfaffenhain und Jahnsdorf. Die FF Leukersdorf versuchte in der Ortslage Leukersdorf Herr der Lage zu werden. Erst nach dem am frühen Samstag morgen der Höhepunkt der Regenfälle und der Flutwelle erreicht war, konnten wir mit dem Auspumpen zahlreicher Keller beginnen. Viele Anwohner hatten vorgesorgt und waren im Besitz eigener Pumpen. Durch Überflutung einer Umspannanlage der Energieversorgung in Jahnsdorf musste jedoch der Strom auch in der Ortslage Leukersdorf abgeschalten werden, so dass zahlreiche Pumpen ausfielen und die Arbeiten zusätzlich erschwert wurden. Durch den schnellen Rückgangs des Hochwassers am späten Vormittag, liefen einige Keller von selbst wieder ab, so dass sich von den eingegangen Hilferufen aus der Bevölkerung einige Aufträge bereits erübrigt hatten. Wir konnten leider nicht überall gleichzeitig sein und verfügen auch nur über begrenzte Mittel und Möglichkeiten...

Gegen 17:00 Uhr konnten wir unseren Einsatz beenden und ins Gerätehaus zurückkehren.

Hauptstr./Autobahnbrücke nach dem Rückgang des Wassers Hauptstr./Autobahnbrücke nach dem Rückgang des Wassers
Hauptstr. Höhe Getränkemarkt Singer Hauptstr. Höhe Getränkemarkt Singer
..dort wo das Wasser steht ist normalerweise die Hauptstr. Hauptstr. oberer Ort Blick von der Alten Gasse Richtung unterer Ort  

Fotos:   Frau Nönnig, Herr Petzold (beide Leukersdorf) und eigene;
            sollten weitere Bürger von Leukersdorf Fotos haben und bereit sein, diese veröffentlichen zu wollen,
            bitte bei mir melden: webmaster

 

Land unter an Zwönitz und Würschnitz

Ganze Ortschaften zeitweise von der Außenwelt abgeschnitten -Keller vollgelaufen - Zahlreiche Straßen im Altkreis Stollberg gesperrt

Stark vom Hochwasser betroffen war am Sonnabend auch die Gemeinde Jahnsdorf. Aus der ansonst so friedlich dahin fließenden Würschnitz ist ein reißender Fluss geworden. Die Wassermassen machten selbst vor dem Badgelände nicht halt. Dies ist nunmehr die dritte Havarie in diesem Jahr.

Stollberg. Sonnabend, 8 Uhr - Burkhardtsdorf ist von der Außenwelt abgeschnitten. Zahlreiche Straßen stehen unter Wasser. "Der Zwönitzfluss hat bis auf 33 Zentimeter den Pegelstand vom August-Hochwasser 2002 erreicht", verdeutlicht der Burkhardtsdorfer Wehrleiter Jörg Spiller, der mit seinen Leuten bereits seit 4 Uhr auf den Beinen ist, die Dramatik.

Der Ahner-Weg vor der Kindereinrichtung Mühlbergzwerge verwandelt sich mehr und mehr in einem reißenden Strom. Entschlossen kämpft sich ein Mann durchs kalte Wasser, um sein Auto zu retten. Zum Glück springt der Motor an. Janet Maski, Bewohnerin des Ahner-Weges, steigt ihm in die Fluten nach und schiebt gemeinsam mit dem Besitzer das Fahrzeug aus der Gefahrenzone. Nicht weit davon entfernt versucht das Ehepaar Sophia und Wolfgang Rother mit einer Wasserpumpe und mit Eimern die Zimmer ihres Hauses vor den eindringen Wassermassen zu Schützen. Keller und Flur stehen bereits unter Wasser. Enttäuschte Gesichter bei vielen Abc-Schützen des Ortes, denn ihre Schulfeier in der Zwönitztalhalle fällt dem Hochwasser zum Opfer.

Trotz Hochwasser zum Jawort in das Standesamt geschafft

In Thalheim das gleiche Bild. Auch hier haben die Einsatzkräfte der Feuerwehr, Stadträte und der Wasserwehr sowie Mitarbeiter der Verwaltung alle Hände voll zu tun. Gesperrt sind zahlreiche Straßenabschnitte. Unter Wasser stehen die Untere Hauptstraße und Bereiche der Schulstraße und am Rathaus. Probleme durch Schwemmgut, gibt es vor allem an dem Wehr nahe der Firma Krempel. Hier sind die Wehren aus Thalheim, Gornsdorf, Auerbach und Stollberg im Einsatz. Trotz des Regens wischt sich der 38-jähriger Gunter Hebestreit, der Sandsäcke füllt, den Schweiß von der Stirn. "Hoffentlich hält der Regen bald auf. Ansonsten erleben wir das gleiche Debakel wie 2002", sagt der Maschinenbauschlosser und schaufelt weiter.

Nicht ganz so zufrieden mit der Hilfsbereitschaft und Solidarität der Menschen zeigte sich sein schaufelnder Kollege Detlef Ulbrich. Seiner Meinung nach habe das 2002 untereinander besser geklappt. Während vor dem Rathaus Sandsäcke gefüllt und gestapelt werden, haben es trotz Hochwasser zwei Paare geschafft, in das Standesamt zu gelangen, um sich anschließend das Jawort zu geben.

Bereits kurz nach vier Uhr werden einige Einwohner des Jahnsdorfer Ortsteiles Seifersdorf durch die anrückende Feuerwehr geweckt. Um diese Zeit stehen bereits die Untere Dorfstraße, die Straße nach Leukersdorf und die Neubausiedlung voll unter Wasser. Auch Familie Scholz aus Seifersdorf hatte sich ihr Wochenende so nicht vorgestellt. Schon gegen 3.30 Uhr war Harald Scholz aufgeweckt. "Da hat es so was von geschüttet", erinnert er sich. Ein zweites Mal werden die Eigenheimbesitzer dann gegen 5 Uhr durch Sirenengeheul aus dem Schlaf gerissen. Da stand der Keller und die Garage schon unter Wasser. "Das kam wahrscheinlich übers Feld", vermutet der Seifersdorfer. Schnell fährt er zuerst die Autos raus, dann setzt er die Pumpe in Gang. Zu allem Unglück bleibt nach einer dreiviertel Stunde nun auch noch der Strom weg. Jetzt bleiben der Familie nur noch die Eimer, um das Wasser rauszubekommen. Doch die Haushaltstechnik hat's leider erwischt. Auch die Weihnachtssachen. Die wertvollen Engel werden in der Wohnstube zum Trocknen auf Zeitungspapier gelegt und das Gefriergut später zu Bekannten gebracht.

Wohngebiet Sonnenberg nur noch per Boot erreichbar

Noch schlimmer sieht die Lage in Jahnsdorf aus. Hier hat die Würschnitz dem Ort übel mitgespielt. Gegen 11 Uhr stehen viele Straßen und Häuser unter Wasser. Aus der ansonst so friedlich dahin fließenden Würschnitz ist ein reißender Fluss geworden. Das Wohngebiet Sonnenberg ist nur noch mit Booten zu erreichen und auch das Freibad haben die Wassermassen völlig überspült. "Ich wohne schon viele Jahre in Jahnsdorf, das aber die Würschnitz so einen Schaden anrichten kann, das hätte ich nicht gedacht", so Klaus Wunderlich. Gegen 11 Uhr kommt der Strom in die Jahnsdorfer Haushalte zurück. Fieberhaft waren Monteure im Umspannwerk des Stromversorgers Envia M zugange. Auf Grund der enormen Wassermassen hatte diese Anlage den Geist aufgegeben, teilt das Unternehmen mit.

Die Feuerwehren von Stollberg, den Ortsteilen und von Niederdorf haben vor allem in den Stollberger Ortsteilen von Gablenz, Beutha und Mitteldorf zu tun. In Beutha beispielsweise steht der gesamte Sportplatz unter Wasser.

"Beim August-Hochwasser 2002 nicht so viel abbekommen"

Auch in Neuwürschnitz ringen die Angehörigen der Oelsnitzer Feuerwehr gemeinsam mit der Ortsfeuerwehr mit den Wassermassen. Betroffen sind die Sandgrube und viele Wohnungen am Unteren und Oberen Anger. Gesperrt wird die Hartensteiner Straße. "Beim August-Hochwasser 2002 haben wir nicht so viel abgekommen", schätzt der Neuwürschnitzer Wehrleiter Jörg Trommer ein. Das wird auch in Seifersdorf und in Pfaffenhain so gesehen. Dennoch fühlt man sich in Anbetracht der tragischen Ereignisse von Neukirchen noch glimpflich weggekommen. In der Nachbargemeinde starben eine 72-jährige Frau und ihr 74-jähriger Ehemann sowie ein 63-jähriger Mann, als sie im Keller Technik retten wollten.

Quelle: Freie Presse online

 

 

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