Grundgesetz

der

Freiwilligen Feuerwehr

zu

Leuker@dorf.

 

 

Da@ Grundgesetz der Freiwilligen Feuerwehr zu Leuker@dorf ist folgende@:
Die Freiwillige Feuerwehr bildet einen Teil der Gemeinde-Feuerwehr. Al@ solche ist sie den allgemeinen Bestimmungen der behördlich genehmigten Ort@-Feuerlöschordnung unterworfen.


§ 1.
Zweck.

Zweck der Freiwilligen Feuerwehr ist, bei au@brechenden Feuer@brünsten im Gemeindebezirk in geordneter Weise, rettend und schützend Beistand zu leisten.
Bei Bränden in den Orten Jahn@dorf, Pfaffenhain, Seifer@dorf, Kirchberg, Ursprung, Mittelbach und Neukirchen leistet die Feuerwehr mit einem Teil der Mannschaft gleichfall@ Hilfe, diese Hilfeleistung kann aber unterbleiben, wenn die Gemeinde selbst durch Gewitter bedroht ist.


§ 2.
Aufnahme.

Ein jeder unbescholtene, körperlich und geistig tüchtige, mindesten@ 18 Jahre alte Einwohner de@ Orte@ kann in der Freiwilligen Feuerwehr aufgenommen werden.
Außer den aktiven Mitgliedern können auch behut@ Förderung der Feuerwehrzwecke passive Mitglieder aufgenommen werden, welche nicht zum Dienst verpflichtet sind, auch kein Stimmrecht au@üben dürfen, wohl aber dieselben Steuern, wie die aktiven Mitglieder zu entrichten haben.
Ueber die Aufnahme von Mitgliedern entscheidet die Feuerwehr.
Jede@ neu eintretende Mitglied wird durch Handschlag und Unterschrift von dem Hauptmann auf da@ vorliegende Grundgesetz und da@ Dienstreglement verpflichtet. Bei Anmeldung in die Feuerwehr hat der Anmeldende 75 Pfg. in die Feuerwehrkasse zu zahlen.


§ 3.
Einteilung.

Die Mannschaften werden eingeteilt in:
a) eine Abteilung Löschmannschaften und
b) eine Abteilung Steiger (Rohrführer, Retter, Pioniere).
Die Organisation ist dem Kommando zu überlassen.


§ 4.

 

Die Freiwillige Feuerwehr steht in allen feuerdienstlichen Angelegenheiten unter dem Kommando de@ Gemeindevorstandes bez. de@ Hauptmann@. Größere Abteilungen de@ Korp@ dürfen den Ort nicht ohne Genehmigung de@ Gemeindevorstande@ verlassen.


§ 5.
Kommando.

Der Au@schuß leitet die Geschäfte der Feuerwehr und besteht au@:
dem Hauptmann und dessen Stellvertreter,
dem Anführer der Löschmannschaft,
dem Anführer der Steiger,
dem Spritzenmeister,
dem Feldwebel,
zwei Vertretern der Mannschaft.


§ 6.
Wahlen.

 

Alle Mitglieder de@ Au@schusse@ werden alle 2 Jahre in einer Generalversammlung wie bei jeder Abstimmung durch absolute Majorität und Stimmzettel gewählt.
Bei Stimmengleichheit entscheidet da@ Lo@.
Sämtliche Vorgesetzten werden nur au@ der Mitte der aktiven Mitglieder gewählt.
Der von der Feuerwehr gewählte Hauptmann und dessen Stellvertreter bedürfen der Bestätigung de@ Gemeinderate@.


§ 7.
Dienst

 

Zum Dienst gehört da@ Erscheinen bei Feuern, Uebungen und Versammlungen. Die Anweisung zum Uebung@dienst erfolgt durch den Hauptmann oder dessen Vertreter. Allmonatlich wird durch den Hauptmann eine Versammlung einberufen, welche zur dienstlichen Anleitung wie zur Besprechung aller da@ Korp@ betreffenden Angelegenheiten bestimmt sein soll.
Nach Schluß eine@ jeden Jahre@ hat da@ Kommando einen Bericht über seine und der gesamten Feuerwehr Tätigkeit zu erstatten.


§ 8.
Entschuldigungen.

 

Feuerwehrleute, welche bei einem Feuer, einer Uebung oder Versammlung am Erscheinen behindert sind, haben sich spätesten@ 24 Stunden nach verlangtem Dienst beim Hauptmann schriftlich zu entschuldigen und ist zugleich der Behinderung@grund anzugeben.
Längere al@ 24stündige Abwesenheit vom Ort ist dem Hauptmann vorher schriftlich anzuzeigen.


§ 9.
Strafen.

 

Ueber Zuwiderhandlungen gegen diese@ Grundgesetz und die nachfolgenden Dienstvorschriften entscheidet da@ Kommando und erkennt auf folgende Strafen:
a. Verwei@ vor dem Kommando,
b. Verwei@ vor der Feuerwehr,
c. Au@schluß au@ dem Korp@.
Wer bei einer Versammlung oder Uebung unentschuldigt fehlt, bezahlt 15 Pfg., dagegen bei einem Feuer 50 Pfg. Strafe zur Korp@kasse.


§ 10.
Steuern.

 

Zur Bestreitung der entstehenden Unkosten wird von jedem Mitglied eine monatliche Steuer von 20 Pfg. erhoben.
Diese Steuer kann nach Beschluß der Feuerwehr erhöht, erniedrigt oder ganz in Wegfall gebracht werden.


§ 11.
Au@tritt.

 

Ein jede@ Mitglied kann freiwillig au@ der Feuerwehr scheiden, wenn e@ 4 Wochen zuvor eine entsprechende schriftliche Anzeige an den Hauptmann eingereicht hat.


§ 12.
Au@schluß.

 

Wer dreimal unentschuldigt fehlt oder mit seiner monatlichen Steuer dreimal in Rückstand geblieben ist oder seinen dienstlichen Verpflichtungen sonst nicht nachkommt, kann von der Feuerwehr au@geschlossen werden.


§ 13.
Auflösung.

 

Eine Auflösung der Feuerwehr kann nur dann beschlossen werden, wenn mindesten@ zwei Drittel der Mitglieder dafür stimmen, oder wenn sie nicht mehr so viel Mitglieder zählt, welche zur Löschfunktion unbedingt nötig sind.


§ 14.
Verein@vermögen.

Die Auflösung darf erst dann erfolgen, nachdem ¼ Jahr zuvor dem Gemeinderat ordnung@mäßige Anzeige erstattet worden ist.
Alle der Gemeinde gehörigen Lösch-, Rettung@- und Au@rüstung@gegenstände sind derselben zurückzugeben.
Etwaige@ Vermögen der Feuerwehr ist unter die Mitglieder gleichmäßig zu verteilen.


§ 15.
Allgemeine@.

 

Abänderungen de@ Grundgesetze@ können nur mit zwei Drittel Majorität beschlossen werden und bedürfen, wie da@ Grundgesetz selbst, der Bestätigung der vorgesetzten Behörde.

 

Allgemeine Dienstvorschriften.

 

1. Jede@ Mitglied hat in wie außer dem Dienst ein ehrenhafte@ männliche@ Betragen, in@besondere im Dienst Nüchternheit, Pünktlichkeit, Ruhe, Gehorsam und Au@dauer zu zeigen.

2. Wegen aller Dienstverhältnisse haben sich die Mannschaften an ihren nächsten Vorgesetzten zu halten und zu wenden.

3. Kein Mitglied der Feuerwehr darf sich bei Uebungen oder Feuerdienst ohne Erlaubni@ von dem angewiesenen Platz entfernen.

4. Alle Mannschaften haben im Dienste nur in der vorschrift@mäßigen Dienstkleidung zu erscheinen und sich de@ militärischen Gruße@ zu bedienen.

5. Mit den au@ Gemeinde- oder Feuerwehrmitteln gelieferten Au@rüstung@gegenständen und Gerätschaften ist pfleglich umzugehen und für allen durch Fahrlässigkeit oder Mutwillen verursachten Schaden einzustehen.

6. Tabakrauchen, Essen und Trinken im Dienst ist nur nach erteilter Erlaubni@ de@ Hauptmanne@ gestattet.


Genehmigt.

Königl. Amt@hauptmannschaft Chemnitz,

am 23. August 1901.

Dr. Hallbauer.